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Selbstbefriedigung in der Beziehung: Darum ist Selfpleasure ein Muss für dich!

Etwa zwei von drei Männern und über 70 Prozent der Frauen haben sich schon mal im Bett neben ihrem Partner selbst befriedigt – just saying. Trotzdem ranken sich etliche Mythen um Solosex, besonders wenn man ihn ausgiebig und leidenschaftlich in der Beziehung betreibt. Ich verrate dir, warum Selfpleasure ein Muss ist, wie diese Form der Selbstliebe deine Partnerschaft verbessert und was Solosex mit Fremdgehen zu tun hat.



Masturbation, Solosex, Selfpleasure: Was ist das?


Der Begriff „Masturbation“ klingt nicht nur unsexy, sondern ist auch negativ konnotiert. Es bedeutet: lat. manustuprare „mit der Hand schänden“, zu lat. manus „Hand“ und lat. stuprare „schänden, entehren“, zu lat. stuprum „Schande, Hurerei, unehelicher Beischlaf“ – mit dem Ziel einen Orgasmus zu haben. Also verwende ich lieber die Begriffe Solosex und Selfpleasure, denn genau darum geht es, wenn du dich selbst verwöhnst und befriedigst. Sex mit dir selbst ist pure Pleasure!


By the way verdeutlicht das Wort „Solosex“ die unbegrenzten Möglichkeiten, die du beim Liebesspiel mit dir selbst hast. Mit oder ohne Orgasmus, mit der Hand oder einem Sextoy, allein für dich oder vor deinem Partner/deiner Partnerin, Quickie oder Slow Sex …


Deiner Fantasie sind beim Solosex keine Grenzen gesetzt – auch nicht, wenn du in einer Partnerschaft oder Ehe bist. Ganz im Gegenteil: Laut einer Joyclub-Umfrage denken nur 12 Prozent der vergebenen Männer und 17,7 Prozent der Frauen bei der Selbstbefriedigung an ihren Partner/ihre Partnerin.


Scham, Schuld und Schande? Bye Bye Solosex-Mythen!


Kennst du die Horrorgeschichten, die sich um Solosex ranken: Vom Masturbieren wird man blind? Nach 1000 Schuss ist Schluss? Davon wird man unfruchtbar? Wer zu oft masturbiert, hat keine Lust auf „echten“ Sex? In glücklichen Beziehungen befriedigt man sich nicht selbst. Diese Mythen kursieren tatsächlich heute noch in vielen Köpfen, dabei haben sie nur ein Ziel: Sexualität tabuisiert!



Was passiert, wenn du dir selbst (oder deinen Kindern) Erfahrungen mit der eigenen Lust und dem eigenen Körper verbietest? Du fühlst dich für deine Bedürfnisse schuldig, schämst dich für deine Lust und schickst dich selbst auf einen „Walk of shame“, wenn du das Bedürfnis nach sinnlicher Einsamkeit hast. Die meisten Mythen rund um Selbstbefriedigung hatten den Zweck, junge Menschen von diesen Selbsterfahrungen abzuhalten und ihre Sexualität an einen (Ehe)Partner zu binden – besonders Frauen. Sexualität = Fortpflanzung = Monogamie = Familien-Erhalt und Sicherung der eigenen Gene. Das Patriarchat lässt grüßen, unter dem auch die (Solo)Sexualität von Männern litt und noch immer leidet.


Wenn du spürst, dass dich Fehlinformationen, Mythen und Klischees daran hindern, ein erfülltes Liebesleben mit dir selbst zu führen, dann lies jetzt unbedingt weiter! *Trommelwirbel* Ich verrate dir, warum Selfpleasure so wichtig ist und welche Vorteile diese Form der Selbstliebe für deine Partnerschaft hat.


Warum ist Selbstbefriedigung so wichtig?


Fangen wir von vorn an: Du, ich, wir alle sind sexuelle Wesen – und das nicht erst ab der Pubertät, sondern bereits während unserer Entstehung. Sexualität ist ein selbstverständlicher Teil unseres Seins. Durch kulturelle und gesellschaftliche Prägung und diverse äußere Einflüsse wird uns diese natürliche Sexualität „abtrainiert“. Natürlich ist es wichtig, dass wir uns bei aller Selbstliebe und Faszination für die wundervollen Empfindungen unseres Körpers, an gesellschaftliche Dos and Don'ts halten. Für Sexualität gibt es Räume, in denen wir sie ausleben können und in denen sie tabu sind.


Ein Zugang zu deiner ureigenen Sexualität bedeutet, dass du einen Zugang zu deinem Körper, deiner Seele und deiner Psyche hast. Solosex ist Me Time und die ist besonders wertvoll (weil selten), wenn du ein Elternteil bist. Du bekommst (wieder) ein Gefühl für deinen Körper – besonders nach einer Schwangerschaft und Geburt. Dein Körper verändert sich im Laufe deines Lebens. Das trifft auch auf deine Lustpunkte zu, deren Empfindsamkeit sich sogar im Laufe deines Zyklus als Frau verändern. Beim Solosex gehst du immer wieder auf Entdeckungsreise. Noch ein Pluspunkt für Frauen: Orgasmen können Menstruationskrämpfe lindern. ;)


Beim Sex mit dir selbst baust du Stress ab und hilft deinem Nervensystem im stressigen Elternalltag bei der Regulation, besonders, wenn du dabei stöhnst und tönst. Damit aktivierst du deinen Vagusnerv und beruhigst deine „Nerven“. Beobachte deine Selfpleasure-Routine: Wie bist du beim Solosex? Aus welcher Motivation heraus? Bist du angespannt und verkrampft dich vielleicht? Wie berührst du dich? Punktuell direkt im Intimbereich oder spielst du mit deinen Lustpunkten? Wie viel Zeit nimmst du dir? Wo sind deine Gedanken? Erlaubst du dir Fantasien? Wie fühlst du dich danach? Bist du müde und k. o. oder energetisiert und glücklich? Verwendest du Toys oder Pornos?


Die Vorteile von Solosex in der Beziehung


Ich könnte ein ganzes Buch über die Vorteile von Selbstbefriedigung in der Beziehung schreiben! In diesem Artikel verrate ich euch meine 4 Top-Vorteile, warum du deine Selbstliebe-Praktiken in deiner Partnerschaft oder Ehe aufrechterhalten und pflegen solltest:


1) Selbstbefriedigung in der Partnerschaft ist KEIN Fremdgehen


Der Ursprung dieser Annahme ist mir unbekannt, aber ich vermute, dass hinter dieser Aussage ein großes Ego-Problem und viel Unsicherheit steckt a la „Mein Partner/meine Partnerin darf nur Sex mit mir haben“, „Mein Partner/meine Partnerin hat lieber Sex mit sich selbst statt mit mir“, „Ich reiche ihm/ihr nicht aus.“, „Ich bin nicht gut genug“ usw. Wenn du in einer Beziehung bist und Selfpleasure betreibst, ist das definitiv kein Betrug!


Solosex ist kein Ersatz für partnerschaftlichen Sex, sondern lediglich eine weitere Form sich selbst etwas Gutes zutun. Was du beim Solosex erlebst, empfindest und auslebst steht nicht in Konkurrenz zu deiner Paarsexualität – sie ist vielmehr eine wundervolle Ergänzung.


2) Du lebst Fantasien beim Solosex aus, die du mit deinem Partner/deiner Partnerin nicht ausleben würdest


Dominanzspiele, Fetisch-Sex, Gender Play, Rollenspiele, gleichgeschlechtlicher Sex, ein heißer Dreier, eine Gangbang-Party – nicht jede heiße Fantasie will real ausgelebt werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beim Solosex kannst du die Kinks und Vorlieben genießen, die du in deiner Partnerschaft nicht ausleben möchtest oder kannst. Dank Selfpleasure musst du aber nicht darauf verzichten.

Wenn du deine Fantasien beim Solosex genießen kannst, bist du zufrieden und hast seltener einen Mangel in der Sexualität, der sich meist negativ auf deine Partnerschaft auswirkt. Außerdem sind nicht ganz alltägliche, erotische Wünsche ein tolles Gesprächsthema für den nächsten Pärchenabend mit deinem Beziehungsmenschen: „Ich habe gestern beim Solosex daran gedacht, wie du und ich …“ Heißer geht's wohl kaum!


3) Sich voreinander selbst zu befriedigen sorgt für den Extra-Kick


Laut einer Studie hat sich jede*r Zweite bereits vor den Augen seines Partners/seiner Partnerin schon selbst befriedigt. Solosex vor deinem Liebesmenschen ist definitiv ein Pluspunkt für dein Liebesleben. Selfpleasure ist ein wundervolles Vorspiel und ein echter Appetizer: Zusehen erlaubt, anfassen verboten! Du zeigst deinem Partner/deiner Partnerin, worauf du stehst, wo und wie du gerne berührt und stimuliert werden möchtest: Learning by watching.

Eine*r von beiden hat keine Lust auf Sex? Kein Problem, denn Solosex hat man einfach allein zu zweit.


Spoiler: Die aufgeheizte Stimmung überträgt sich garantiert auf den anderen. Im schlimmsten Fall kommt wenigsten eine*r von euch. Sich voreinander selbst zu verwöhnen, sieht nicht nur total heiß aus, sondern fördert die Bindung, das Vertrauen und die Intimität zwischen euch.


4) Beim Solosex kannst du Edging üben


Du kommst „zu früh“ und willst im Bett länger durchhalten? Dann solltest du es mit Edging probieren. Bei dieser Praktik zögerst du deinen Höhepunkt hinaus (und kannst trockene Orgasmen trainieren) indem du kurz vor dem großen Finale jegliche Stimulation einstellst und ein paar Minuten wartest bis deine Lust abgeebbt ist. Achte darauf, dass sie nicht ganz verfliegt, sondern du schnell wieder auf Touren kommst. Jetzt wiederholst du das Ganze ein paar Mal und erlöst dich am Ende mit einem intensiven Höhepunkt.


Die Gefühle, die beim Edging entstehen, solltest du zulassen und schauen, dass du dich damit gut fühlst. Du lernst deine Erregungsphasen besser kennen und erfährst, wie dein Körper wann auf Stimulation reagiert. Und das übst du am besten beim Solosex, bevor du deinen Partner/deine Partnerin ins Boot holst.




Kommunikation ist das A und O beim Solosex in der Partnerschaft


Du willst deine Lust besser kennen lernen? Du möchtest deine Sexualität nach Schwangerschaft und Geburt neu erleben? Du wünschst dir eine bessere Kommunikation mit deinem Partner/deiner Partnerin? Du willst deine sexuellen Bedürfnisse besser ausdrücken können? Ich begleite dich oder euch als Elternpaar in meinem 1:1 Coaching „Liebe, Sex & Elternsein“ auf eurem Weg in ein erfülltes Liebesleben.

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