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Gemeinsam stark: 8 Beziehungstipps für Patchwork-Eltern

Wenn aus einem Liebespaar, das bis dahin zu zweit durchs Leben ging, Eltern werden, ist das turbulent und herausfordernd. Patchwork-Eltern setzen aber noch einen darauf! Zu der neuen Paarbeziehung kommen weitere kleine fertige Familienmitglieder dazu. In Patchworkfamilien treffen zwei eingeschworene Familienkreise aufeinander – mit Besonderheiten, Lebensstilen, Erfahrungen und Problemen. 


Das ist eine besondere Herausforderung für das Elternpaar. Im ganzen Findungsprozess der neuen Familie will man natürlich auch regelmäßig Zeit als Paar genießen. Ich bin selbst Patchwork-Mama (was eine der besten Entscheidungen war) und verrate dir 8 Tipps, wie ihr eure Beziehung als Patchwork-Eltern stark macht.


8 Beziehungstipps für Patchwork-Eltern


Schätzungsweise 13 Prozent der Familien in Deutschland leben als Patchworkfamilie – genaue Statistiken gibt es nicht. Wenn ihr selbst Patchwork-Eltern seid, wisst ihr, wie herausfordernd, bunt und intensiv dieses Familienmodell sein kann. Ich habe 8 Tipps für dich, wie du als Patchwork-Paar Beziehungskrisen meistern kannst und gemeinsam stark wirst.


1) Offene und ehrliche Kommunikation


Führt regelmäßig Gespräche, um über die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu sprechen. Nehmt potenzielle Sorgen und Probleme ernst und geht sie gemeinsam an. Das ist gut fürs Teambuilding und schafft Vertrauen. Nehmt euch als Paar immer wieder Momente, in denen es keine Kinder- und Familienthemen gibt, sondern in denen ihr eure Themen als Paar besprecht. 


Reminder: Oft steckt hinter einem Streit über eure Kinder ein unerfülltes Bedürfnis, das euch als Paar betrifft.


2) Auszeiten als Paar einfordern und Grenzen setzen


Beim Thema Auszeiten geht es Patchwork-Eltern nicht anders als Elternpaaren in anderen Familienmodellen – nur kann die Sache einen entscheidenden Vorteil haben: Wechselmodell oder/und geteiltes Sorge- und/oder Umgangsrecht der anderen Elternteile. Während klassische Familien auf Babysitter und Großeltern angewiesen sind, um einen Abend kindfrei zu haben, habt ihr in geregelten Abständen keine Kinder im Haus, weil sie beim anderen Elternteil sind. 


Unabhängig davon, solltet ihr Auszeiten für euch einfordern und klare Grenzen setzen. Das ist für die neue Familienkonstellation wichtig und schafft Strukturen. 


3) Gemeinsame Aktivitäten mit der ganzen Familie


Ja, Familienzeit ist auch Qualitätszeit für eure Paarbeziehung. Warum? Weil besonders zu Beginn der Partnerschaft in der gemeinsamen Zeit mit Kind und Kegel eine Menge über den anderen erfährt. In der Kennenlernphase zu zweit kann man schon die ein oder andere Red Flag verstecken – im Zusammensein mit den Kindern merkt man schnell, ob es Eigenschaften gibt, die man nicht tolerieren kann. 


Später stärken gemeinsame Ausflüge und Hobbys das Familienband, schaffen Vertrauen untereinander und sorgen dafür, dass man eine Verbindung zum Bonus-Kind aufbauen kann. 


4) Lernt die Flexibilität zu lieben


Ihr denkt, dass ihr das perfekte System für eure Patchworkfamilie gefunden habt – auch in Beziehungsthemen? Jonathan Frakes würde sagen „Diese Geschichte ist leider frei erfunden.“ Lernt als Paar Flexibilität zu lieben und zu leben, denn als Patchwork-Eltern müsst ihr offen dynamische Prozesse und Veränderungen sein. 


Ihr entwickelt euch als Paar im Familienkonstrukt immer wieder weiter. Das Bewusstsein dafür hilft euch, euch an neue Herausforderungen anzupassen und Lösungen zu finden.



5) Ganz viel Geduld und Empathie


Wenn ihr zwei Sachen als Patchwork-Eltern benötigt, dann sind es Geduld und Empathie – sehr viel davon. Ihr seid in einem Haufen aus vielen verschiedenen Emotionen, Bedürfnissen und Wünschen, die bisher nicht verarbeitete Trennungen, Eifersucht, Überforderung und Wut beinhalten können, aber auch ganz viel Liebe und Eifer. Eure Aufgabe: Ihr müsst den Raum für diese Themen halten können oder bereit sein, es zu lernen.


In meinem Coaching „Liebe, Sex und Elternsein“ helfe ich Patchworkfamilien bei dieser Aufgabe. Zeigt Geduld und Empathie gegenüber allen Familienmitgliedern, insbesondere den Kindern, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, sich an die neue Situation anzupassen.


6) Selbstreflexion verbessert die Beziehung


Ich mag das Wort „Beziehungsarbeit“ nicht, weil es nach einem Muss klingt. Reflektieren ist der weitaus bessere Begriff: Reflektiert also eure Rollen als Paar und innerhalb der Patchworkfamilie. Sucht konstant nach Möglichkeiten, eure Beziehung stetig zu verbessern. So seid ihr in Krisen gewappnet und etabliert eine gesunde Streitkultur. 


Das ist wichtig, wenn ihr etwa unterschiedliche Erziehungsstile habt, die gelegentlich kollidieren oder ihr Verhaltensmuster verfallt, die kontraproduktiv sind. Schaut in Konfliktsituationen zuerst in den Spiegel und dann zum Partner oder anderen Familienmitgliedern. Oft lösen sich Themen schon durch Selbstreflexion.



7) Gemeinsame Ziele verfolgen


Klopft zu Beginn der Beziehung bereits die Ziele des anderen ab und definiert für euch als Patchworkfamilie neue. Legt gemeinsam fest, wohin eure Reise geht, welche Wege ihr gehen wollt und vergewissert euch immer wieder miteinander, dass ihr nicht den Weg aus den Augen verliert. 


Das ist im Familienalltag stressig, aber gibt eurer Partnerschaft das nötige Fundament. Denkt dabei nicht nur an die großen Lebensziele, sondern an die kleinen Alltäglichen: immer gemeinsam zu Abend essen, regelmäßige Date Nights, eine bessere Kommunikation oder sonntags ausschlafen.


8) Professionelle Unterstützung und Beratung


Es kann unter Umständen sinnvoll sein, sich von Beginn an professionelle Unterstützung bei der Gründung einer Patchworkfamilie an die Seite zu holen. Warum? Beratung ist Prävention! Ihr geht am besten auch nicht erst zum Zahnarzt, wenn ihr Schmerzen habt. Ins Fitnessstudio solltet ihr auch, bevor ihr gesundheitliche Probleme oder Übergewicht habt. Je später, umso schwerer ist, den Wunschzustand zu erreichen. So ist es auch in der Paar- und Familienberatung. Der passende Berater oder Coach löst mit euch Konflikte und Beziehungskrisen, bevor diese übermächtig werden.


Neben meinem 1:1-Coaching „Liebe, Sex & Elternsein“ biete ich regelmäßig „Eltern sein & Paar bleiben“ Workshops im Geburtshaus „aus dem Bauch heraus“ in Leipzig an. Der Workshop ist eine wundervolle Auszeit für euch als Paar. Ihr lernt Kommunikations- und Körperübungen, die ihr zu Hause anwenden könnt, um Nähe, Intimität und Verbundenheit im Alltag zu erleben. 


Leipzig ist nicht in deiner Nähe? Melde dich gerne und schlage mir eine Location vor.

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